Didaktische Reflektionen von Studentinnen

Didaktische Reflektion zum Samstag, 5.6.2010
von Janine Dell

Die Gruppe befand sich an diesem Samstag, dem vierten Tag unserer gemeinsamen Exkursion, bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Gruppenentwicklung. Hier stand die Zusammenarbeit im Vordergrund. Konflikte drängten sich meines Erachtens nach keine in den Vordergrund.

Ich habe mich in meiner Rolle sowohl beim Klippenspringen als auch im Hochseilgarten sehr wohl gefühlt. Beide Male habe ich nicht aktiv an der eigentlichen Aktivität teilgenommen. So befand ich mich beim Klippenspringen als Aufsichtsperson im Wasser unterhalb der Klippen, beim Klettern im Hochseilgarten war ich mit der Dokumentation des Projektes beschäftigt. So blieb mir die Zeit mich den Situationen zu widmen und meine eigene Rolle bereits vor Ort zu reflektieren.Als Lehrer habe ich mich nur zeitweise gefühlt. Ich denke dies hat unter anderem damit zu tun, dass bei der Exkursion nicht die direkte Wissensvermittlung im Vordergrund stand. Diese direkte Wissensvermittlung ist die mir am besten geläufige Form von Unterricht aus meiner Schulzeit. So fiel es mir schwer, mich überhaupt in die Lehrerrolle einzufühlen, weil ich eine Schüler-Lehrer-Beziehung bei dieser Art von Unterricht nicht selbst aus meiner Schulzeit kenne.Ich denke, auch die besondere Situation spielte eine bedeutende Rolle. So waren ja die Lehrer der Klasse mit dabei, und diese „Rollen“ waren also bereits klar und deutlich vergeben. So war für uns Studenten eine gewisse Rolle bereits vorgegeben.Zumindest insofern, als dass wir nicht dieselbe Rolle innehatten wie die tatsächlichen Lehrer.

Ich habe mich eher als ein Begleiter gefühlt und wahrgenommen. Eine Art Begleiter, wie es Eltern oftmals sind. So habe ich die Schüler bei gewissen Prozessen ein Stück weit begleiten und „dabei sein“ können. Die Zusammenarbeit, sowohl mit den Schülern als auch mit den Lehrern und Studenten, habe ich als außerordentlich bereichernd empfunden. Von besonderer Bedeutung war für mich, einmal hinter die Kulissen der Organisation einer Klassenfahrt zu blicken. Beeindruckt hat mich die Bereitschaft der Lehrkräfte diese
Exkursion und die Projekte durchzuführen. In meiner Schulzeit habe ich nur von ganz wenigen Lehrkräften so viel Vertrauen entgegengebracht bekommen wie jeder einzelne Schüler auf dieser Exkursion.

Das Klippenspringen hat mich am meisten berührt und beschäftigt. Ich hatte mich nicht von Beginn an für dieses Projekt gemeldet. Dies beruht auf einer schlechten Erfahrung, die ich vor einigen Jahren als Betreuerin einer Kinderferienfreizeit beim Besuch eines Freibades gemacht habe. Seither fühle ich mich nicht ausreichend geschult und ausgebildet um die Aufsicht beim Schwimmen zu übernehmen.

Als dann vor Ort das Projekt detaillierter besprochen und geplant wurde, hat dies mein Interesse geweckt. Da ich über einige Erfahrung als Kajakfahrerin, sowohl auf Flüssen als auch auf dem Meer, verfüge, konnte ich hier einen Beitrag zur Sicherheit
aller Beteiligten leisten. Um abschließend meine Lehrerrolle bei der Exkursion zu reflektieren kann ich sagen, dass ich zufrieden damit bin. Ich denke ich hatte eine Art „light“-Lehrerrolle inne, die der Situation angemessen war.

Die Vorbereitungssitzungen und die Exkursion haben bei mir dir Vorfreude auf den Lehrerberuf deutlich hervorgebracht und noch verstärkt. Gerade diese neuere Form der Unterrichtsgestaltung hat mich sehr angesprochen und ich werde eine Umsetzung meiner hier gewonnen Erfahrungen in meinem späteren Berufsleben anstreben.

 


Didaktische Reflektion zur An- und Abreise (2.6. und 7.6.2010)
von Magdalena
Grzyb

Phasen

Anreise: Erstes Begegnen, langsames Kennenlernen, Gruppenfindungsphase

Abreise: Zusammen gewachsene Gesamtgruppe, Schlussphase

Reflexion der Lehrerrolle

Die Einnahme der Lehrerrolle war etwas diffus. Zum einen waren wir Studierende, die von Seiten der Universität zu Köln in einem Projekt mitgefahren sind. Wir trafen auf völlig unbekannte Schüler. Die Altersspanne zwischen einigen Schülern und Studierenden war nicht sehr groß, was bei mir nicht zutrifft, da ich mit dreißig Jahren schon zu den „älteren Studierenden“ gehöre. Da wir alle Schüler duzten und keinen Unterricht mit ihnen machten, hatte das Zusammenarbeiten in den Projekten mit den einzelnen Gruppen mehr was von Begleitung und Unterstützung als dass ich persönlich in die Rolle des Lehrers schlüpfte. Zum Lehrerdasein gehört, dass man mit den Schülern Regeln aushandelt, die eingehalten werden müssen, besonders auf einer Klassenreise. Außerdem impliziert die Lehrerrolle gewissermaßen die Akzeptanz des Lehrers als Autoritätsperson mit gegenseitigem Respekt. Weiterhin kommt hinzu, dass man als Lehrer seine Schüler sowohl im Unterricht als auch außerschulisch kennt und ein Miteinander bekannt ist. Diese Dinge trafen nicht auf uns zu. Wenn wir später in die Schule gehen und dort unterrichten, werden wir nicht gleich auf Klassenfahrt fahren und in eine solche unbekannte Situation geraten.

Deshalb war ich mehr erwachsene Studierende, nach der man sich richten kann, die man fragen kann, die einem hilft, etc. Meine Art, und so werde ich später auch in der Schule sein, empfinde ich als recht umgänglich und locker. Diese Authentizität möchte ich mir auch im Schulalltag bewahren, da ich weiterhin Mensch bleiben und besonders meine Portion an Humor und Lebensfreude einbringen möchte. Ich glaube, die Schüler haben mich auch so empfunden und ich kann dies durch mein zuvor absolviertes Praktikum bestätigen.

Ich war bei dieser Fahrt kein Lehrer, aber für mich bestand auch nicht primär die Aufgabe, mich in diese Rolle rein zu denken. Vielmehr war es für mich wichtig, wie sich der Umgang mit Jugendlichen gestaltet und was man daraus lernen kann, da ich an eine Schule der Sekundarstufe I möchte.

Es gab eine Situation, wo ich tatsächlich eine Art Lehrersein inne hatte, als einige Jungs tiefer ins Wasser gingen als vorab miteinander vereinbart wurde. Es geschah am Ankunftstag, wo die Schüler noch für sich waren und wir als Studierende für uns. Als wir bemerkten, dass sie zu weit im Wasser waren, überlegten wir sehr wohl, ob wir die Jungs aus dem Wasser „zitieren“ bzw. sie darum bitten sollten, näher ans Ufer zu kommen. Wir haben uns dafür entschieden, da diese Abmachung nun mal für die Schüler galt. Die Jungs kamen der Bitte nach und sind auch später nicht mehr weiter als Schulterhöhe ins Wasser gegangen. Dieses Ereignis kann man als positive, erfolgreiche Schüler-Lehrer-Interaktion bezeichnen. Ich behaupte, dass auch andere solche Situationen ähnlich verlaufen wären, da die Schüler ganz reizend sind und gar nicht „schwierig“, so wie uns im Vorfeld gesagt wurde, dass einige Personen sie so bezeichnen.

Analyse von Konflikten und Problemen

Gravierende Konflikte oder Probleme haben sich für mich nicht ergeben. Auf jeden Fall keine so argen Probleme, die man nicht aus der Welt schaffen könnte. Falls sich für mich ein Problem ergibt, greife ich es auf und stelle mich diesem. Genauso verhält es sich mit Konflikten im Allgemeinen. Im Austausch miteinander, können die meisten Konflikte beseitigt werden. Ich bin ein Befürworter von offenen Worten und persönlichem Austausch. Ich finde es wichtig, dass man sich gegenseitig zuhört und versucht, die Ansicht des anderen zu verstehen, um entweder einen Kompromiss zu schließen oder ein Miteinander auszuhandeln, welches für beide Parteien akzeptabel ist.

Einige Male ergab es sich, dass wir die Jungs in unserem Appartementhaus ermahnen mussten, sich ruhiger zu verhalten. Zum einen wegen der Nachbarn, und ein anderes Mal wollte ich zur Siestazeit ein Nickerchen halten und wurde durch die enorme Unruhe gestört. Die Ansprache an die Jungs gelang immer und sie gingen der Bitte nach.

Einen anderen Konflikt hatte ich für mich persönlich. Ein Schüler hatte am Freitag der Reise Geburtstag. Am Tag zuvor, war ich mit einer Gruppe von Jungs zur Kartbahn gegangen, um dort das Videoprojekt durchzuführen. In einem Gespräch wurde der Geburtstag des Jungen erwähnt und in einem Nebensatz sagte er, dass sein Geschenk eine Flasche Bier sein könne. Auf der Reise galt striktes Alkoholverbot für die Schüler. Am nächsten Tag kam nun abends das Geburtstagskind auf mich zu und fragte: „Und, wo ist mein Bier?“. Im ersten Moment war ich überrumpelt. Dann aber dachte ich, dass man an seinem Geburtstag eine Ausnahme machen könne, und so habe ich ihm eine kleine Flasche Bier spendiert, die wir gemeinsam abseits der anderen Schüler tranken und dabei quatschten. Ich erzählte dies meinen Mitbewohnern, die dies kritisch sahen und ich bekam ein schlechtes Gewissen, so dass ich das dem Lehrer erzählte. So ist meine ehrliche Haut. Seine Reaktion fand ich merkwürdig, weil er sagte, dass wir nachher noch mal darüber sprechen würden. Ich fragte mich, warum er es nicht sofort mit mir besprach, wenn es ihm missfiel. Zu dem Gespräch kam es allerdings erst am Samstagmorgen, so dass ich mit diesen Gedanken den restlichen Abend, die Nacht und den frühen Morgen schwanger ging und große Sorge hatte, etwas total Unpässliches getan zu haben. Dem war auch in gewisser Weise so, aber mir war dies nicht bewusst. Das Lehrerteam hatte im Vorfeld gemeinsam abgemacht, dass bei den Schülern kein einziger Schluck Alkohol getrunken werden darf. Ich hatte aus einer der ersten Vorbesprechungen, die weitaus früher stattfand, einen Satz im Kopf, der lautete: „Wenn die dann mal eine Flasche Bier trinken, ist das nicht so schlimm“. Dies empfand ich sozusagen als meine persönliche Legitimation, kontrolliert mit dem Jungen und einer kleinen Flasche Bier auf seinen Geburtstag anzustoßen.

Hätte ich über diese strikte Vereinbarung zwischen den Lehrpersonen Bescheid gewusst, wäre schon das Gespräch über eine Flasche Bier als Geburtstagsgeschenk am Vortag abrupt beendet worden und es wäre auch nicht dazu gekommen, dass er mich tags drauf am Abend überhaupt danach fragt. Nach dem klärenden Gespräch mit der Lehrperson und der Erläuterung, wieso ich es getan hatte, war mir klar, warum die Reaktion des Lehrers so ausfiel und ich entschuldigte mich für mein Fehlverhalten. Die Angelegenheit war für mich anschließend bereinigt.

Neue Erfahrungen

Bei dieser Projektfahrt habe ich sehr viele neue Erfahrungen gewonnen.

Zunächst habe ich eine andere Form von Unterricht gesehen und erlebt, die nebst bekannten Methoden im Unterricht, sowohl innerhalb als auch außerhalb von Schule, eine Abwechslung darstellt. Für die Schüler als ggf. auch für die Lehrer, ist diese Form neu bzw. wird sie von jeder Gruppe unterschiedlich ausgeführt, was an sich immer wieder neue Erfahrungen mit sich bringt. Für die Lehrperson könnten es organisatorische Dinge sein; Dinge, die man beachten muss und woran man nicht gedacht hat; man macht die Erfahrungen, was bei den Schülern gut ankommt und was sie eher unmotiviert bleiben lässt, falls sie es sind.

Die Schüler lernen ein anderes Lernen. Sie erhalten Vorgaben und erfüllen sie auf ihre Art und Weise, bis sie zum Ziel gelangen. Sei es, dass der Weg steinig und schwer ist oder sie einen direkten Pfad zum Ziel finden. Im Austausch miteinander können dabei auch neue Erkenntnisse gewonnen und der Ideenpool erweitert werden. Beim handlungsorientierten Unterricht steht nicht der Inhalt in seinen kleinsten Aspekten im Vordergrund, sondern mehr das Gesamtpaket; das „Handeln“ und „daran Arbeiten“ und das „dabei Lernen“. Dinge, die Schüler eigenverantwortlich erarbeiten, wo sie sich die Lösung selbst erschließen, bleiben oftmals besser haften, zumal immer zusätzliche Erfahrungen gemacht werden, die einen besonderen Stellenwert bekommen können.

Für mich persönlich kann diese Art und Weise mit Schülern zu arbeiten sehr hilfreich werden, da ich plane, mit hörgeschädigten bzw. gehörlosen Kindern zu arbeiten, die stark auf die Visualisierung von Dingen angewiesen sind. Dinge, die „mit der Hand“ getan und gleichzeitig mit dem Auge erfasst werden, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kinder gelernte Inhalte besser und länger merken.

Außerdem sind jegliche Ausflüge, wovon ich auch privat welche begleite, bei denen Jungs anwesend sind, immer wieder Erfahrungen, die neu für mich sind. Hintergrund ist, dass ich zehn Jahre lang ein Mädchengymnasium besucht habe und jegliche Probleme von Mädchen, ihre Verhaltensweisen und Eigenarten kenne, die von Jungs aber nur außerhalb von Schule. Natürlich hatte ich auch männliche Freunde zur Schulzeit, doch sind alle Erfahrungen, die ich mit ihnen gemacht, habe nicht schulspezifisch. Ich habe das Miteinander zwischen Mädchen und Jungs im Unterricht, in der Schule, auf Klassenfahrt, etc. zu Zeiten der Vorpubertät, während dieser und der Zeit danach nicht erlebt. Hier hole ich jedes Mal Erfahrungen nach, indem ich zwischenmenschlich beobachte und auch oft nachfrage, da ich sehr neugierig bin.

Gut fand ich auch, dass uns vor Augen geführt wurde, wie anstrengend es ist, solch eine Reise mit so vielen Inhalten und so vielen Menschen zu organisieren. Zusätzlich erhielten wir wichtige Informationen zu Klassenfahrten/Ausflügen (was darf man, was nicht; was muss man beachten, etc.), die sehr hilfreich für unsere Arbeit in Schule sein werden.

Ausblick - Evaluation

Da das Projekt stetig weiter geführt wird, freue ich mich, wenn ich Teil davon sein könnte. Man kann beobachten, wie sich das Projekt, aber auch die Teilnehmer entwickeln, verändern, ergänzen, etc. Es wäre wünschenswert, wenn eine zweite Fahrt mit derselben oder einer ähnlichen Gruppe stattfinden könnte, um nach einer gewissen Zeit, z. B. nach einem Jahr, rückblickend zu resümieren, ob und wie das Projekt umgesetzt wurde, ob und wie erfolgreich es gewesen ist und ob es sich lohnt, daran weiter zu arbeiten und im besten Fall neue Ideen einspeisen zu können.

Beim Nachtreffen, welches in Monschau stattfinden wird, kann bereits eine Rückschau gemacht werden. An diesem Tag werden Videos geschnitten, Fotos gesammelt und eine „Auslese“ aus fünf Projekttagen geerntet, die alle Beteiligten nochmals in das Projekt und die Zeit vor Ort zurückversetzt.

Hasta la próxima, Altafulla.

 


Didaktische Reflektion zum Sonntag, 6.6.2010
von Janine Dell

Phase

Diesen Tag kann man wohl als Schluss- oder Endphase der Exkursion bzw. der Projektarbeit im handlungsorientierten Unterricht sehen. Man kannte die Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt schon besser und wusste, wie man sich mit ihnen arrangiert. Das Fertigstellen der Projektarbeiten der Schülerinnen und Schüler und der Grillabend, zählen zum Abschluss der Exkursion. Alle haben am Ende noch einmal zusammen gearbeitet, um fertig zu werden, damit man in Deutschland zurück, die Ergebnisse präsentieren kann.

Reflexion der Lehrerrolle

Die Lehrerrolle an diesem Tag zu beschreiben ist nicht einfach, da das soziale Miteinander zwischen Studierenden und Schülergruppe im Vordergrund stand. Während der Vorbereitungen für das Grillfest, konnte ich als Student eine organisatorische Rolle übernehmen und den Schülern Aufgaben geben wie: „Schneidet die Paprika“, „Holt ein Schneidebrett“ oder ähnliches. Ich sah mich mehr als einen Dirigent als einen Lehrer. Die Schüler sahen sich dabei allerdings nicht als Marionetten, sondern wollten immer mehr Aufgaben haben, um sich an den Vorbereitungen zu beteiligen. Erst bei der Aufräumaktion nach dem Grillen, fühlte ich mich wie ein Lehrer, da wir als „Organisationsteam“ die Verantwortung dafür trugen, dass das Geschirr und die restlichen Utensilien, die wir uns aus den Appartements der anderen Schüler geliehen hatten, wieder an ihren Platz kamen.Ich war kein Lehrer und auch kein Schüler, sondern etwas dazwischen. Die Studentinnen, die sich mit den Vorbereitungen für den Grillabend beschäftigten, hatten eine gewisse Verantwortung für den Abend und auch für die mitwirkenden Schüler. Als Lehrer fühlte ich mich dauerhaft auf der Exkursion nicht, da ich selbst, auf freundliche Art und Weise, Anweisungen erhielt, was man machen soll und kann. Allerdings bekam man diese Anweisungen sehr offen vorgeführt, so dass man genug Freiräume zur Gestaltung der Projekte hatte. Reflektiert man die Lehrerrolle auf die ganze Exkursion, so kann man festhalten, dass es einige Situationen gab, wo man als Lehrer agierte, z. B. die Schüler davon abzuhalten, zu weit ins Wasser zu gehen. Einige Male musste man die Störungen einiger Schüler und Schülerinnen unterbinden,
wenn in dem Moment jemand anderes etwas erklärte oder wenn es spätabends zu laut auf den Zimmern war. Man war nicht Lehrer und auch nicht Schüler, sondern irgendetwas dazwischen, man fühlte sich aber auch nicht ausgeschlossen, sondern in der Gruppe vereint.

Analyse von Konflikten und Problemen

Konflikte und Probleme gab es an diesem Tag und auch an allen anderen Tagen aus Sicht der Studenten und Studentinnen nicht, zumindest sind mir keine bekannt. Unter den Schülern und Schülerinnen gab es an diesem Tag einige Probleme, die nach dem Grillen mit der ganzen Klasse und dem Klassenlehrer am Strand geklärt werden mussten. Um welchen Konflikt es sich handelte, kann ich aus studentischer Sicht nicht sagen. Die anschließende Diskussion der Schülerinnen und Schüler dauerte länger, so dass die Studentinnen und Studenten zunächst allein aufräumten. Auf der ganzen Exkursion hatten die Schülerinnen und Schüler wohl mehrere kleinere Konflikte, die sie lösen mussten, was in diesem Alter häufig vorkommt.

Neue Erfahrungen

Die Erfahrungen, die man auf dieser didaktisch organisierten, handlungsorientierten Exkursion mitnehmen konnte, waren sehr wichtig und durchweg interessant. Man sollte diese Erfahrungen an alle Studierenden weitergeben und jeder sollte seine eigenen Erfahrungen auf einer Exkursion dieser Art erleben. Man konnte sehr viel lernen, was man für seinen eigenen späteren Berufsweg durchaus benötigt. Auch auf die organisatorischen Dinge, die man als Lehrer auf einer Klassenfahrt beachten muss, wurde
aufmerksam gemacht. Auf der Exkursion konnte man das Prinzip des Handlungsorientierten Unterrichts in der praktischen Umsetzung kennen lernen. Man konnte seine eigenen Lernprozesse und die Lernprozesse der Schüler beobachten. Das, was man dabei feststellen konnte, ist, dass die Schüler sich gerne auf eine derartige Arbeit einlassen, dass man sie aber trotzdem nicht einfach arbeiten
lassen kann, da sie sonst nicht viel tun würden.
Man muss Rahmenbedingungen bei dem handlungsorientierten Unterricht in der Projektarbeit schaffen, um sich und den Schülern eine Linie zu geben, an der man sich orientieren kann.

Ausblick - Evaluation

Handlungsorientierter Unterricht ist ein ganzheitlicher und schüleraktiver Unterricht, in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Organisation des Unterrichtsprozesses leiten und genau dies ist bei der Projektarbeit zu „Altafulla“ geschehen. Die Schüler haben sich Ziele gesetzt und diese in ihren jeweiligen Projekten erzielt.
Handlungsorientierung verzichtet auf das Prinzip der inhaltlichen Vollständigkeit eines Themas und ist eher exemplarisch. Nicht das Behalten und zukünftige Verwenden von Begriffen, sondern das Neukombinieren von Gegebenheiten ist wesentlich. Wenn also eine Gruppe ein Ziel nicht erreicht hätte oder es nicht so erreicht hat, wie es eigentlich vorgesehen war, so ist dies nicht hinderlich. Ganz im Gegenteil: es fördert die Kompetenz, sein Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren und es über andere Wege zu erreichen.

Im handlungsorientierten Unterricht, und so auch in Altafulla, wirken - in einem Wechsel von Anstrengung und Entspannung - Kopf- und Handarbeit unter Beteiligung des Gefühls und aller Sinne zusammen. In der Projektarbeit außerhalb der Schule wird der geschützte Raum der schulischen Lernumwelt verlassen. Dies kann durchaus positiv sein, so wie wir es erleben durften. Die Klasse 9b wurde als schwierige Klasse vorgestellt, aber wir Studierende haben sie ganz anders wahrgenommen bzw. kennengelernt und waren positiv überrascht, dass man mit vielen aus der Klasse so gut zusammen arbeiten konnte. Der Unterricht fördert Schülerinitiativen
und Eigenverantwortlichkeit für die Wahl von zielorientierten Aktivitäten und die Arbeits- und Zeiteinteilung der Schüler.
Projektunterricht, so wie wir ihn kennengelernt haben, ist handlungsorientiertes Teamwork. Aus studentischer Sicht kann ich sagen,
dass ich mich darauf freue, das Endprodukt dieses Projektes zu sehen. Auch für mich selbst kann ich mir vorstellen, eine solche Projektarbeit durchzuführen, wenn in meiner beruflichen Laufbahn die Möglichkeit dazu besteht.
(Definition von handlungsorientiertem Unterricht aus dem Wikipediaartikel:http://de.wikipedia.org/wiki/Handlungsorientierter_Unterri
cht)

 
 

Interview zum Projekt

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Interview mit Lars Prignitz vom Medienpädagogen Johannes Klas zum Altafulla-Projekt 2010...

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Johannes Klas